Tagestour nach Vorarlberg

  • Tagesausflug


    Mahlzeit!


    Ich war mal wieder unterwegs, leider nur einen Tag.
    Nachdem ich in diesem Jahr bisher noch keine 1000 km gefahren war und die längste Tour ein Ausflug am Vatertag in den Bayerischen Wald war (ca. 400 km) musste ich mal richtig fahren.


    Geplant war eigentlich aufs Stilfser Joch rauf zu fahren, dann über Livigno raus, so Sachen wie Reschen, Ofen, Hahntennjoch, Kühtai und Namlos liegen da von mir aus gesehen auf oder an der Strecke so daß man das mitnehmen kann.
    Alternativ hatte ich mir nen Ausflug nach Kärnten überlegt, da war ich schon lange nicht mehr mit dem Mopped und beim Familienurlaub letztens mit der Dose sind mir einige Sachen aufgefallen die ich auch gerne mal mit dem Mopped machen wollte.


    Es kam aber anders….angeregt durch Brychans Bericht hab ich ne Route nach Vorarlberg abgesteckt und bin die dann auch gefahren.
    Kurzform: 842 km lt. Tacho, brutto 15h45.
    Ich hab versucht das hier mal mitsamt den unfreiwilligen Umwegen darzustellen:
    https://kurv.gr/PQl5f


    Samstag, 4.25, der Wecker klingelt.
    Bad, Frühstück, anziehen…es hat um die 13 Grad und ist naß draußen weil es geregnet hat, also Pulli unter die Jacke.


    Um 5 bin ich dann losgefahren.
    Geplant war die Route Wasserburg – Ramerberg – Tuntenhausen – Feldkirchen – Holzkirchen – Geretsried.
    Geworden ist es ein Zickzack weil nix anständig ausgeschildert ist und ich mich in der Gegend zu wenig auskenne, ich hab dann doch öfter mal aufs Tamagochi schauen müssen (Karte hätte ich auch dabei gehabt).


    Weiter ging‘s dann über Königsdorf, Beuerberg, Penzberg Ohlstadt nach Ettal, von da aus dann an Linderhof vorbei an den Plansee.
    Bis jetzt alle Straßen naß, durch die Wälder und bei hohen Maisfeldern laß ich‘s eher ruhig angehen, ich hab keine Lust auf Reh zum Frühstück.
    Das Stück von Ohlstadt bis zur Ausfahrt Ettal nieselt’s, es war mir aber schon beim Studium der Wettervorhersage am Vortag bewußt daß es mich irgendwo erwischen wird.
    Hier hat‘s auch viel Verkehr.


    Richtung Plansee lauf ich auf ne Dreiergruppe Moppeds auf die es eher ruhig angehen lassen, also vorbei. Die Tanklampe blinkt schon seit einiger Zeit, kurz vor Reutte wechselt sie auf Dauerleuchten, ich sollte mal Tanken.
    Weiter Richtung Fernpass, kurz bevor man bei Berwang Richtung Namlostal fährt gibt’s ne Tanke an der Bundesstraße, leider zur Ferienzeit entsprechend voll, ich bekomme trotzdem recht flott ne freie Zapfsäule.
    Vollgetankt, auf die Uhr geschaut…8.13.
    Da war ich verdammt langsam unterwegs, als ich noch jung und wahnsinnig war war ich nach 3 h schon auf dem Hahntennjoch gestanden, incl. Tanken (ok, da bin ich auch ne Strecke gefahren die ich im Schlaf kenne und das Mopped hatte etwas mehr Dampf…)


    Egal.
    Weiter durchs Namlostal, hier lass ich‘s eher ruhig angehen, ich wohn selbst an ner Umgehungsstraße und weiß wie sich lauter Verkehr anhört.



    Stanzach, weiter Lechtal aufwärts, Steeg, Warth, Hochtannbergpass.
    Viel zu bieten hat er nicht.


    Schröcken, Au. Dort dann links weg nach Damüls.
    Die Straßen sind zwar noch naß aber ab Stanzach kann man’s ab und zu schon laufenlassen, also: GAAAS!
    Die Nässe stört mich nicht, ich vertraue darauf daß die Österreicher Straßen bauen können, ich muß mich eher zusammenreißen damit im Zweifelsfall der Expreßzuschlag nicht zu hoch wird.


    Damüls, Faschinajoch, hab ich auch nicht als bemerkenswert abgespeichert.
    Fontanella, Sonntag, Blons, Thüringerberg. Ich könnte jetzt schon Richtung Dünserberg / Walgau Höhenstraße abbiegen, wollte aber eigentlich über Satteins und Röns rauffahren, ich fahre als Richtung Tal. Dort ist’s heiß, es hat viel Verkehr und anscheinend ist heute Tag des Zebrastreifens oder so, an jedem der zahlreichen Zebras stehen Leute in Neon Gelb und an jedem auch min. eine(r) mit Uniform. Mir reicht’s, ich dreh wieder um und fahre wieder den Berg rauf, schöne Strecke, und biege dann Richtung Düns ab.
    Dünserberg, Übersaxen, wer 1 - 1,5 spurige, kurvige, bucklige Straßen mag wie ich wird hier glücklich, die Aussicht ins Tal ist Spitze soweit ich aus dem Augenwinkel mitbekomme, ich muß leider auf die Straße schauen.


    Rankweil, dann wieder Richtung Damüls, Furkajoch.
    Mittlerweile sind die Straßen trocken und nach einigen Ortsdurchfahrten und beschränkten Stellen kommt erstmals richtig Paßstraßenfeeling auf, GAAAS!
    Oben wird’s dann eng und einspurig mit Ausweichstellen, mir kommt aber nur ein Moppedfahrer entgegen.


    Die Paßhöhe ist gut besucht und so bleibe ich nicht stehen, wer weiß, am End bin ich dann auf dem Weg nach unten in einem Pulk (BMW und amerikanisches Altmetall) gefangen und komme nicht vom Fleck….


    Damüls, Au, hier biege ich links Richtung Mellau ab und tanke, kaufe mir an der Tankstelle auch einen Automatenkaffee (brrr) und eine Leberkaassemmel. Bei der Weiterfahrt bemerke ich daß 100 m weiter die Straße runter die von Brychan angesprochene Fischbude liegt…Pech gehabt.


    Rechts weg, Schnepfau, Schnepfegg.
    Schild: Vorsicht, kurvige Bergstraße mit Engstellen.
    Schön!


    Die Rückansicht des Mädles, das sich da auf dem Rad raufplagt und hinter dem ich vor ner Engstelle herfahren muß ich auch schön so daß das langsam Fahren nicht weh tut…


    Andelsbuch, Hittisau.
    Hier hätt ich eigentlich Richtung Balderschwang abbiegen wollen, ich überseh es aber und fahre geradeaus weiter, es wundert mich zwar, daß nur noch Oberstaufen angeschrieben ist, auf die Karte schau ich aber natürlich nicht.


    In Oberstaufen dann Kartenkontrolle….GRRR…zurück.
    Aber die Strecke ist schön, kiebererfrei, also, GAAAS!
    Schön langsam merk ich wie mir die Zeit ausgeht, also nochmal GAAAS!


    Balderschwang, Riedbergpass.
    Neben dem noch folgendem Oberjoch die Tagesempfehlung.
    Gute Straße, wenig Verkehr, hin und her, hier kann man’s fliegen lassen, GAAAS!
    Auf dem Weg nach unten wieder Baustellen, die haben schon Ende Mai genervt als ich hier mit Familie in der Dose lang gefahren bin.
    Wellcome in Germany!


    An der ersten Baustellenampel 2 Moppeds ganz vorne, ich häng mich dran.
    Nach der Papageienkombi des vorne Fahrenden eine Kawa, das Mädel dahinter auf ner Triumph.
    Das Mädel kommt in der Grünphase nicht weg, Mopped springt wohl nicht richtig an, ich fahr an ihr vorbei.
    An der nächsten Baustellenampel lass ich sie wieder nach vorne.


    Dummerweise kommt dann ein Stück auf dem die Straße kpl. fehlt und nur festgefahrener Schotter liegt, die beiden legen fast ne Vollbremsung hin und fangen an ihre Moppeds darüber zu tragen, mir platzt der Kragen, ich überhole die dahin eiernden.
    Ich fahr sowas lieber gerade mit Stabilisierung durch Kreiselkräfte als mit nem Meter Ausschlag nach jeder Seite, auch mit’m Straßenmopped.


    Fischen, Sonthofen, Bad Hindelang, Oberjoch. Mehr Verkehr, den vorne fahrenden Jeep schluck ich noch bevor‘s richtig kurvig wird, dann Feuer frei!
    Zweite Tagesempfehlung, aber nur wenn’s wenig Verkehr hat, überholen ist schwierig weil recht eng und man darf’s eh nicht. Außer Traktoren und sowas, also Jeeps. ;-)


    Oben dann rechts weg, durchs Tannheimer Tal wieder ins Lechtal.
    Bin ich vorher noch nie gefahren obwohl ich schon zigmal durchs Lechtal gefahren bin, sollte man unbedingt mitnehmen, ist was zum GAAAS! geben.


    Weißenbach, dann wieder Lechtal aufwärts und aufs Hahntennjoch. Der Einstieg ist auf 60 beschränkt, dann frei, zwischendurch auch nochmal beschränkt. Ab Boden(?; Da wo man links weg muß) dann Tempo 60, da könnte man stellenweise durchaus schneller, die Straße ist auch letztes Jahr neu geteert worden, aber an sich paßt der Tempovorschlag.
    Oben dann viele Moppedfahrer, ich bleib nicht lange sondern fahre Richtung Imst runter.
    Sie Straße hat schon bessere Zeiten gesehen, leider auf 60 beschränkt, ich bin da früher schon mit mehr als dem Doppelten runter geprügelt, da war die Straße auch nicht besser.
    Egal.
    Ich probiere unter Tacho 100 zu bleiben und werde als Belohnung das erste Mal an diesem Tag überholt, von ner GS.


    Unten in Imst müßte ich nun Richtung Innsbruck, fahre aber vor lauter Blödheit Richtung Reutte, bemerke aber meinen Fehler recht flott nachdem ich mal wieder tanken muß.
    Also zurück, Bundesstraße Richtung Innsbruck, dann rechts rauf aus den Silzer Sattel, wie immer ein Genuß!
    Im oberen Teil frei laufende Kühe und die entsprechenden Hinterlassenschaften auf der Straße, da muß man ein bißchen aufpassen.
    Von hinten kommt ein SM-Fahrer recht flott an den ich vorbei lasse.


    Ab aufs Kühtai, wie fast immer in die Dortmunder Hütte.
    Doppelter Espresso, Almdudler, Kaasknödelsuppe mit 2 anständigen Knödeln drin, keine Schusser (Murmeln). Schmecken tut’s auch.
    Hier könnte man auch übernachten wenn man mal in der Gegend ist, geschätzts ists nicht teurer als anderswo in der Gegend und man hat recht viel im Umkreis das sich zu fahren lohnt.
    https://www.dortmunderhuette.at/


    Es ist mittlerweile nach 5 und langsam pressiert‘s wirklich, ich schalte also in den Heimwehmodus und setze die Geschwindigkeitsvorschläge am Straßenrand auf die ignore-list.
    Durch die Hoppelei bergab rutschen die Kaasknödel nach unten und ich hab plötzlich liegt ein gewisser Entsorgungsdruck an dem man nicht so einfach am Straßenrand nachgeben kann, wenn ich nicht höhergelegt heim kommen will dann muß mal rausfahren.
    Zirler Berg rauf, in Scharnitz an ner Tankstelle entsorgt, nochmal vollgetankt.


    Mittenwald. Jetzt gäbe es mehrere Wege heim, Option 1 wäre ab nach Garmisch und dann so zurück wie ich in der Früh gefahren bin, Option 2 wäre geradeaus über den Kesselberg und dann irgendwie weiter, Option 3 wäre entweder die Mautstraße Wallgau – Vorderriß oder die Jachenau und dann über Tölz oder über den Tegernsee heim.


    1 ist langweilig, bei 3 hab ich Angst vor dem Verkehr in Tölz oder am Tegernsee, also nehm ich Option 2 und fahre den Kesselberg, hier ist nix los, laufenlassen braucht mans hier aber nicht, videoüberwacht.


    Kurz vor Bichl dann Straßensperre, Umleitung GRRR!
    Eigentlich wollt ich nur einfach die B11 runter fahren bis Wolfratshausen, dann über die Dörfer heim, den Weg kenn ich im Schlaf.
    Egal, irgendwie wieder auf der B11 gelandet, ab Geretsried dann der Tamagochi bis Glonn, von da kenn ich mich auch wieder aus. GAAAS!
    Grafing, Albaching, Haag, Waldkraiburg.
    Um 20.42 schau ich vor der Garage aufs Tamagochi, fertig.


    Verkehr war den ganzen Tag eher wenig, hat mich gewundert, spätestens ab Mittag war überall schönes Wetter. Gestört hat‘s mich nicht, eher gefreut…
    Auch rel. wenig Leute mit’m Mopped unterwegs, zwischendurch ein paar Kolonnen mit stellenweise mehr als 10 Leute, zum Glück alles im Gegenverkehr.
    Ziemlich viele Kackstühle unterwegs, nicht nur GS.


    Schön war‘s, Bilder folgen!


    ciao, Jockel

  • @ Jockel
    Nachdem ich in diesem Jahr bisher noch keine 1000 km gefahren war und die längste Tour ein Ausflug am Vatertag in den Bayerischen Wald war (ca. 400 km) musste ich mal richtig fahren.

    Und das richtig fahren:
    das....................... nennst du....................................... ein "Tagestour"..mit knapp 900Km?????
    Bist du Jeck?!!!!!!


    Lg brychan

  • Hallo Brychan,


    Quote from brychan


    ...........
    Und das richtig fahren:
    das....................... nennst du....................................... ein "Tagestour"..mit knapp 900Km?????
    Bist du Jeck?!!!!!!


    Lg brychan


    Ein bisschen schon, ich hätts aber anders ausgedrückt ;-)


    ciao, Jockel

  • Hi Lulu,


    Quote from Lulu

    Servus Jockel,


    Schöner Bericht ,


    das ist doch keine “Tagestour“ :confused:


    Doch. Die zur Verfügung stehende Menge Tageslicht wurde fast vollständig ausgenutzt ;-)


    Quote


    Das würde bei mir locker für zwei Ausflüge reichen. :d:


    LG Lulu :applaus:


    Das ging bei mir nicht, dann hätte ich 2 Tage von der Familie frei gebraucht und bei der Strecke irgendwo übernachten müssen, das Geld geb ich lieber für Sprit und Reifen aus.


    ciao, Jockel

  • Jockel, du bist ein harter Hund (im positiven Sinne).
    Ich finde schon 500km kleine Landstraßen pro Tag ausreichend viel, so dass das mehrere Tage am Stück keinen Sinn hat :) Bin einen Tag mal mit einer gs 500 910km gefahren, damach hab ich sie verkauft ;)