Trx850 nach Jahrzehnten wieder aktivieren

  • Hi Leute , ich habe eine so gut wie nie gefahrene trx aus der Sammlung meines Opas geerbt :) so weit so gut. Springt aber nicht an. Ich denke sie wurde seit 2000 nicht mehr bewegt.


    Was ich bisher gemacht habe:

    Tank innen sandgestrahlt

    Vergaser gereinigt (s Foto)


    nach dem Ausbau war der Benzinhahn undicht.

    Ich habe jetzt ersatzdichtungen bestellt und würde noch den ölfilter tauschen und Öl wechseln.
    Habt ihr noch tips was man machen müsste??
    ich muss dazu sagen das ich zwar Geschick aber absolut keine Erfahrung mit Motorrad schrauben habe. Und das meiste aus dem Handbuch rauslese [THUMBS UP SIGN]


    bin über jede Hilfe dankbar!

  • Erstmal moin und willkommen.

    So einen Opa hätte ich auch gerne !!!!!!!!

    Da hast du echt ein echt gepflegtes Mopped geerbt. Die sieht ja aus wie neu.

    Vom Ansatz her bist du schon gut davor. Wenn du den Tank von innen Sandgestrahlt hast würde ich immer noch einen Bezinfilter in die Leitung vom Tank zum Vergaser setzen.

    Ansonsten Öl und Filter Wechsel ist gut. Bremsflüssigkeit würde ich auch wechseln. Kühlflüssigkeit checken. Vergaser hast du ja schon gereinigt. Wenn du die Teile eh schon zerlegt hast guck dir auch gleich alle Dichtungen an.

    Und wenn du dann Alles wieder zusammen hast und sie läuft. Dann solltest du auch neue Reifen aufziehen.

  • Moin Clemens,


    willkommen.


    Stand schon sehr lange, würde auch die Federelemente ausspülen mit Bremsenreiniger und neu befüllen. Je nach Körpervolumen deinerseits 10er+15er Öl mischen sodas Du auf 12,5er Öl kommst und Luftpolster auf 140mm ändern.

    Wenn da noch die Macadam drauf sind, runter damit. mach Dir direkt einen RGV250 Hahn dran, ist zwar manuell aber der bleibt dicht.

    Vordere Bremsleitung gegen Stahlflex tauschen.

    Was sagen die Bremsbeläge und noch wichtiger....gehen die Kolben allesamt leichtgängig.


    Wieviel km hat die Mopete runter, eventuell mal Inspektion machen oder machen lassen.


    In Husum wohnt unser user Flieger, der hat reichlich Ahnung und ist eventuell bereit Dir zu helfen.


    Ansonsten findest Du eigentlich alle relevanten Infos zur Wiederbelebung in der Suchfunktion oder im Downloadbereich.


    FEZE

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool:

  • Ach ja. Ganzübersehen. Glückwunsch zum Geburtstag.

    Und schreib doch mal in dein Profil wo du wohnst. Dann kann vielleicht mal einer bei dir vorbei kommen und dir helfen ,mit Rat und Tat.

  • Hi Clemens,


    nach 20 Jahren Standzeit, wie du vermutest und auch viel weniger, kannst du auf alle Dichtungen wetten, die altern bei Betrieb und Stehen.

    Die Bremszangen baue auf jeden Fall auseinander (unbedingt auf die Dichtungen zwischen den Hälften achten, die sind nicht kaufbar) und den Geberkolben in der Handbremspumpe, der wird gerne vergessen. Beides waren immer Standard-Schraubereien aller, die ich in den Händen hatte.


    Wichtig und richtig ist auch eine Überprüfung aller Gelenkstellen der Schwinge, auch da können die Dichtungen veraltert und das Fett verharzt sein.


    Yoh, das wärs ersmal, was mir so außerhalb der Standardarbeiten einfällt.


    Viel Freude beim Schrauben, das origale Werkstatthandbuch ist Gold wert. :thumbup:

  • Richtiger Einwand Chris mit den Lagern.


    Sowas zähle ich schon garnicht mehr auf weil es für mich zur alljährlichen Pflege dazu gehört.

    Habe mir sogar extra Schmiernippel eingebaut an der Schwingenlagerung.


    Wie ist sie überhaupt eigemottet gewesen?

    Nicht das Sprit im Öl ist, dann keinesfalls so einfach losdüsen.

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool:

  • Glückwunsch! Hast jetzt ein richtiger 2 Rad.


    nach alles was oben genannt/gemacht ist, fahre vorsichtig los............. mit Linke Hand am Kupplung...........

    falls nee Ventile/Ventilen nicht gut klingt.Ohren steif!

    Erste Fahrt:-

    Nicht über 4,000RPM drehen.......wenn's immer noch gut anhört nach 20/30Km OK!.....auf 4,5RPM max 5,0 RPM

    Das weist du aber alles hoffe ich

    b

    „Ful wys is he that kan himselve knowe“

    G.Chaucer AD 1343-1400


  • warmlaufen lassen, schauen ob eh alles dicht ist, ob sich im olschauglas beim gasgeben was tut, helm auf und gib ihr. Logisch wirst auch vollgasgeben und ordentlich zambremsen. Aussagekräftigkeit. Die mankos werden sich alle offenbaren. Alles abgehackt, hast soviel wie in ein neues motorrad investiert. Ein 20 jahr altes. Sehr schön. Wir lesen von einander.

    Und wenn einer nicht über sich selbst lachen kann, mach halt ich das.

  • Mach die Bremsen, bevor Du die TRX bewegst! Alles andere wäre gefährlich!

    Kolben gängig machen, neue Bremsflüssigkeit, neue Beläge.


    Alles andere wird sich zeigen, wenn die TRX läuft...


    Viel Glück bei der Wiederbelebung dieses geilen Moppeds! [THUMBS UP SIGN]


    Edith meint: Natürlich neue Reifen montieren, bevor Du auf die Straße gehst - ganz vergessen grad...

  • Ach so, ganz vergessen, das Lenkkopflager...auch das ist eigentlich ein Standard-Check, aber insbesondere bei deiner "Standuhr", auf der Mittelstellung stand sie ja dann die meiste Zeit.

    Aber die LKL sind meist noch gut, lediglich Nachstellen mußt du wahrscheinlich.

    Und Drehzahl-Empfehlungen kannst du bei diesem Motor vergessen, je nachdem, was du vorher gefahren bist.

    Der Motor läuft unter 4000 min-1 eh nicht rund und alles andere fühlst du schon.

    Für jeden ist was anderes "Warm", auf jeden Fall nicht das Wasserthermometer als "warmen Motor" ernstnehmen, da tut sich erst lange gaaar nix, erst im Stau bewegt sich der Zeiger...:)

  • Vielen Dank euch allen für die tips ! So wie’s aussieht kommt da noch einiges an Arbeit auf mich zu . Ich halte euch auf dem laufenden . Über Ostern werd ich sie hoffentlich endlich mal an bekommen. Das Gefährt steht in mitten Mecklenburg Vorpommern und ich in Berlin .
    habt ihr Erfahrungen wo ich gute Dichtungen kaufen kann die nicht gleich wieder zerbröseln?
    Liebe Grüße

  • Tag zusammen,


    bevor ich mich um Nebenschauplätze wie Bremsen, Stoßdämpfer, Lenkkopflager, Schwingenlager, Kabelstecker, Benzinschläuche usw. kümmern würde, würde ich erstmal sicherheitshalber dafür sorgen, dass der jetzt (hoffentlich) noch intakte Motor nicht auf den ersten paar Metern oder auch nur bei ein paar weiteren Startversuchen so stark beschädigt bzw. verschließen wird, wie sonst auf 50000 km nicht, weil jetzt nach so langer Standzeit ggfs. einige wirklich wichtige und empfindliche Schmierstellen (Ventiltrieb, Kurbeltrieb, Kolbenbolzen und -ringe) trocken gefallen sein könnten. Das muss zwar nicht unbedingt der Fall sein, mir wäre es aber zu unsicher, es einfach zu riskieren (so wie es Papagei vorschlägt).

    1. altes Motoröl raus

    2. neues Motoröl rein, Öltank richtig voll machen

    3. Zündkerzen rausdrehen, Leerlauf einlegen

    4. etwas Motoröl durch die Kerzenlöcher in die Zylinder sprühen (wenig Öl, aber am besten nebelig versprühen - Pressluft oder Fahrradluftpumpe mit Schlauch)

    4. Ölpumpendeckel und gelbes Pumpenantriebsritzel abbauen,

    5. Akkuschrauber (ggfs. mit Hilfe eines Schlauches und Schlauchklemme) an Ölpumpenwelle (der kleineren / flacheren Pumpe) ansetzen und damit dann (im Linkslauf) erstmal reichlich Öl in und durch den Motor drücken.

    Währenddessen am Kurbelwellenende auf der Limaseite zwei- dreimal langsam den Motor durchdrehen (auch linksrum)

    5. Ventildeckel runternehmen und kontrollieren, ob alles schön ölig ist

    und ob beim Durchdrehen per Kurbelwellenende kein Ventil hängen bleibt.

    6. Mit Minikamera durch die Kerzenschächte in die Zylinder gehen und Laufflächen anschauen.

    7. Hinterrad aufbocken,

    während Durchdrehen per Kurbelwellenende alle Gänge mal durchschalten.


    Erst danach würde ich versuchen, den Motor ans Laufen zu bringen.

    In Zusammenhang mit Vergaserüberholung: Einlassgummirohre auf Dichtigkeit / Sprödheit kontrollieren.

    Wenn der Motor dann irgendwann läuft, würde ich nachsehen, ob die beiden Simmerringe auf den Wellen vom Antriebsritzel und vom Schalthebel dicht halten (die mögen 20-jährige Trockenperioden nicht besonders).


    Bremsen: Eigentlich ungefährlich, weil recht simpel prüfbar. Die Funktion kann man erstmal im Stand und dann langsam rollend testen. Wenn sie generell funktionieren, ist's erstmal gut bzw. nicht gefährlich, solang man damit nicht auf der letzten Rille durch die Gegend brettert.

    Beläge werden nicht schlecht, Scheiben auch nicht.

    Auch "schlechte, wässrige" Brems-flüssigkeit funktioniert, solange man sie nicht auf 200 und noch was Grad heiß bremst.

    Falls man ihre Wirkung verbessern möchte, kann man die Bremsen immer noch beackern.


    Grüße

    Ralf

  • Du hast natürlich recht Ralf, wenn aber kein Geschick vorhanden ist......


    Deswegen habe ich ihm den Jens Bünz in Husum empfohlen, der weiß wie es geht.

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool: