Verkokungen Alltagsmotor vs. Rennmotor

  • Hallo Allerseits,


    die Frage richtet sich im Wesentlichen an die, die schon einmal einen Rennmotor zerlegt haben, der richtig Feuer gesehen hat.


    Alle Motoren, die ich bereits zerlegt habe, haben an den typischen Stellen wie Ventile am Teller, Brennraum und Auslaßkanäle leichte Verkokungen.

    Alle Motoren sehen keinen Stadtverkehr, sondern sind immer warm/heiß auf der Landstraße betrieben worden.


    Wie sehen denn diese Stellen an Rennmotoren aus, können sich solche Ablagerungen bei hohen Drehzahlen gar nicht erst bilden (evt. wegen polierter Ventilschäften/Tellern) oder werden verbrannt?

    Können die Spritadditive wirklich was oder sind die nur für die Feststoffverdunstung meiner Taler aus der Geldbörse geeignet?


    In Vorfreude auf Antworten, die mein Thema schon lange beschäftigt,

    Christoph

  • Moin Chris,


    ich gehe davon aus das ein reiner Rennmotor wesentlich bis gar keine Ablagerungen hat, weil er eben auch wesentlich heisser wird.

    Ich sende Dir am Wochenende per whatdepp mal Bilder von AV+EV nach 96000km Landstrasse.

    Die Dinger sind der Hammer.....hatten der Adler und ich am Wochenende noch drüber philosophiert.


    Ebenso neige ich zu der Behauptung, wenn die Sitze, Schäfte, Teller bearbeitet sind und dementsprechend keine Kanten mehr sichtbar sind, die Ablagerung es auch schwieriger hat.


    Kann da jetzt nur nach 34000km sprechen, da sieht es sehr gut aus.


    FEZE

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool:

  • Alleine die Affinität des TRX-Aggregats zum Ölgesaufe ist schon ein Argument dafür, dass es zu Ablagerungen kommen wird. Und das hat m.E. nicht so viel mit der Hitzeentwicklung zu tun. Wenn der Motor nie ordentliche Temperaturen kriegt, bleiben die Ablagerungen halt etwas dunkler. Wenn das Öl mit richtig viel Hass verheizt wird, werden die Ablagerungen heller. Rückstandsfrei lässt sich das jedenfalls sicherlich nicht rausjubeln.


    Wenn die Rennmotoren unserer Gurus keine Ablagerungen bekommen, dann weil die bestimmt penibel darauf achten, dass der Zerknalltreibling auch im Bestzustand ist. Die Herren fräsen doch nicht mit ausgelutschten Kolbenringen oder Laufbuchsen im Kreise...

    Gruß, Merry


    Kann Spuren von Senf enthalten.


    217-8a6a80cd-large.jpg



  • Danke euch dreien, ich kann das alles gut gebrauchen.


    Klar, das sind Verkokungen, die sich gar nicht erst bilden, aber sehen würde ich so einen Renn-Zylinderkopf sehr gerne, freue mich schon auf die Bilder.


    Mein Ansatz ist das viel zitierte "Freibrennen" von einem Motor, der zuviel Stadtbetrieb gesehen hat. Ich kann mir vorstellen, dass ein Automotor trotz ölfreier Verbrennung sich zusetzt.

    Jedenfalls ist das meine Erfahrung mit meinem 190er (wunderschönes Auto, schnief), dessen EV waren von den Vorbesitzer total zugeschmottern, die Endoskopie zeigte das. Miese Starteingenschaften, scheiß Leerlauf usw.

    Erst eine Langstrecke in die Alpen runter ließ alle Symptome verschwinden, in wie weit die Verkokungen auch wech waren, habe ich einst leider nicht überprüft.


    Das könnte evt. sowas wie "Freibrennen" gewesen sein.

    Laut dem Ulf Penner ballern die Gase mit Schallgeschwindigkeit aus dem Auslasstrakt, das kann doch die Ablagerungen mitreissen, oder?

  • Aber Obacht: Freibrennen hat nix mit Maximaldrehzahlen zu tun. Die verkokten Ventilteller können erstmal zuviel Hitze nicht abführen, da riskiert man erst Recht nen Schaden.


    Was ich bei meinem 124er (M102, 2,3l), der auch viel Kurzstrecke sieht, ab und zu mal mache:

    Zweitaktmische 1:200 und Langstrecke mit konstanter Drehzahl fahren.


    Für die TRX umgerechnet würde ich sagen, höher als 5000 braucht die Kiste da gar nicht zu drehen. Hauptsache, mal ne Stunde lang ohne Leerlauf, zwischendurch mal hochdrehen schadet nicht. Aber nicht quälen.

    Gruß, Merry


    Kann Spuren von Senf enthalten.


    217-8a6a80cd-large.jpg



  • motul benzinadditiv. Hab einen ganzen karton gesponsert bekommen und meine trx wurde süchtig. Nanonaned macht das was aus.

    Und wenn einer nicht über sich selbst lachen kann, mach halt ich das.

  • Hallo,

    nicht zu unterschätzen sind auch die Kurbelgehäusegase, die dem Luftfilter zugeführt werden und naturgemäß dann auch wieder an den Einlassventilen vorbei müssen.

    Man sieht’s an den Problemen der Benzindirekteinspritzer. Da wäscht kein Benzinnebel den Kurbelgehäuseschmodder von den Einlassventilen – entsprechend erschreckend sehen die Ventilteller dann aus.

    Bei meinem alten Passat habe ich ein Kabelleerrohr von vorn bis ganz hinten verlegt – da blies er dann den Mist raus. Beim Fahren OK – aber im Stand für die Hintermänner/frauen (pol. correct?) ein ungewöhnlicher Duft.

    Bei meinen Bastelmotorrädern führt die Entlüftung immer ins Freie. Beim Zerlegen sind die Teller meistens schön sauber.

    Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und den Jungs, die dieses tolle Forum am Leben halten, vielen Dank!

    SRadi

  • Tach

    Hatte jetzt nach einer Saison.....8 Veranstaltungen mit einem Langstreckenrennen, meinen Kopf runter zur nachbehandlung.

    Kolbenböden,Auslassventile reichte das überputzen mit Scottchpad, Einlassventile Sauber!

    Motor wurde auf der Autobahn im Strassenmoped eingefahren.

    Montiert ist der Serienendlüfterschlauch.

    Zu Nachbehandlung......nicht wegen Defekt oder so.......nur Schlampig bearbeitet.....nur 95PS.

    Der Schuster hatt immer die schlechtesten Schuhe........

    Kanäle,Sitze,Ventile,Brennräume alles mal vernünftig gemacht.Hatte ja mal Zeit für Mich!

    Hab jetzt noch nen Berufstuner drübergucken lassen, der auch die Sitze gefrässt hat,war zufrieden......jetzt wird alles gut!

    Achja....Motor hat im Einfahrmodus 0,2L billiges Mineralöl verraucht,im Kringelbetrieb Motul300V Nix über die Saison!

  • moin,


    ... anderes modell, gleiches thema:








    Oben: geglätter brennraum, grösseres einlassventil, alles poliert... nicht wegen leistung sondern wegen schadenssuche.

    Unten: selber brennraum nach der zweiten renn-saison.


    der motor hatte keinen messbaren ölverbrauch und wurde mit superplus betrieben. mit 95 oktan hatte er mehr leistung, neigte aber zum klingeln.

    der grund für die drei-elektrodenkerze kann man im oberen bild sehen. offensichtlich gab es mit der normalen, einelektrodenkerze überschläge auf den brennraum. motor hatte knapp die doppelte leistung gegenüber der serie und war/ist alltagstauglich (sehr schöner drehmomentverlauf...allerdings auf die brutale art.. ;-) )


    der kolbenboden, glatt wie ein spiegel aber mit abbrand... die chips entstehen nach längerer standzeit und können ggf. beim start probleme machen, wenn sie sich in die ventilsitze pressen... dann ist erstmal nixx mit verdichtung.... man erkennt aber rech schön, wo bei einem ottomotor die verbrennung am schlechtesten ist.... die randbereiche.... und die ventiltaschen. die krümel sehen auf dem bild sehr üppig aus... tatsächlich war es aber hauchdünnes material.

    Ringe, ventilschäfte usw. waren einwandfrei. das blaue ist übrigens kein hylomar ! ich fahre hauchdünne metalldichtungen die mit speziellem dichtspray eine feindichtung bekommen. die reste zeigen aber, wo der zylinderkopf seine thermisch kritischen bereiche hat und "arbeitet".

    Auslassseitig ist die laufbuchse etwas farbig... die wird da die wärme scheinbar nicht richtig los .


    Der motor läuft noch heute... naja... bis auf den block... den hat es mal zerrissen und den zylinder:




    ...aber spass macht das schon....


    der fpg

  • Hallo,

    nicht zu unterschätzen sind auch die Kurbelgehäusegase, ... dann auch wieder an den Einlassventilen vorbei müssen. ...Da wäscht kein Benzinnebel den Kurbelgehäuseschmodder von den Einlassventilen – entsprechend erschreckend sehen die Ventilteller dann aus.

    Bei meinen Bastelmotorrädern führt die Entlüftung immer ins Freie. ...

    Mal ganz von den Ablagerungen abgesehen, ist die ölige Luft ohnehin ein großer Scheiß für die Verbrennung.

  • Meine Endlüftung endet in einem kleinen Mahlefilter, der wird 2x im Jahr inspiziert und wieder saubergeblasen, fertig mit dem Thema.


    fpg

    Was für ein Schaden wurde vermutet weil poliert wurde?


    Gruß

    FEZE

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool:

  • Und meiner Entlüftung Schlauch an alle meine Britbikes hab ich auf die Kette verlegt...Kette gut geölt!

    b

    „Ful wys is he that kan himselve knowe“

    G.Chaucer AD 1343-1400


  • Und meiner Entlüftung Schlauch an alle meine Britbikes hab ich auf die Kette verlegt...Kette gut geölt!

    b

    Bei meiner cross hab ich den vergaser überlauf und einen schlauch vom 2takt auspuff Dämpfer an die kette gelegt. Reinigung und schmierung in einem. funkt super. Aber bei der trx ist das immer eine wahnsinns sauerei gewesen. Da suchte ich immer einen weg in die airbox. Früher wurde das schlauchende bis ganz nach hinten verlegt. Weg von der eigenen maschin, direkt in die fresse vom hintermann.

  • moin,


    Schäden sind i.d.r. risse oder bei der bearbeitung auftretende kerben. Letzteres sind sollbruchstellen. Bei kipphebeln ist das überlebenswichtig... die sind randschicht gehärtet. Geht man da zu grob zu werke ist die harte schicht dem fräser geopfert worden.... bleiben dann noch kerben von der bearbeitung, bricht der hebel garantiert. Der schliff und die politur besitigen dieses problem weitestgehend.

    Die kipphebel und ventile werden erleichtert, damit sie die erreichbaren drehzahlen überleben.


    die trx ventile bitte niemals so bearbeiten !!!! die sind nur nitriert und die härteschicht nur ein hundertstel dick... schleifen und polieren wäre deren tod.....


    der fpg

  • moin,


    ... das einlassventil ist 2mm grösser im durchmesser und um einiges leichter als das originale. zu beginn der bearbeitung ist es deutlich schwerer (länger und der teller monströs dick) ... aber noch old-style was das material und die machart angeht. Es ist ein mehrstoffventil mit gehärtetem ventilsitz. der teller und teile des schafts sind aus gezogenem stahl und relativ weich.. das bietet wenig verzug bei thermischer belastung. das ventilschaftende ist dagegen aus sehr hartem stahl... reibverschweisst.


    die trx-ventile sind monometallisch und nitriert. die härteschicht ist hauchdünn und lässt sich leicht abschleifen. laut yamaha ist auch das einschleifen der ventile ein no go... aus o.g. grund. heute schleift man nicht mehr sondern arbeitet mit leicht abweichenden sitzwinkel beim sitzeschneiden... nacharbeit mittels schleifpaste zerstört die oberfläche und erzeugt undichte ventile !


    https://www.tgabathuler.ch/Mot…entilsitz_Kor_Winkel.html


    .... man könnte natürlich den ventilteller bearbeiten... aber dazu besteht bei der trx kein wirklicher grund...


    nette zusammenfassung: https://www.ms-motorservice.de…haeden-und-ihre-ursachen/


    der fpg

  • Wenn es nix bringt wie Du sagst, warum bieten es dann so viele Firmen an?


    Nur die Teller macht keinen Sinn, wer A sagt und B haben will muss C machen, sprich mit den anderen Faktoren zusammen nutzt es auch an der TRX.


    http://motorenstaab.de/Motor/s…ung/Ventilbearbeitung.htm


    Nach über 20 Jahren TRX Rumdödelei behaupte ich das mein gebleechter Gasometer das mitbekommt.:d:

    Eine Mopete darf nicht mehr Zylinder wie Räder haben!:cool: